Jameos del Agua
Eines der Ausflugsziele auf Lanzarote, welches man sich unbedingt ansehen sollte, sind die Jameos del Agua. Es handelt sich hierbei um ein unterirdisches Höhlen- und Röhrensystem vulkanischen Ursprungs.
Die unterirdischen Röhren erreichen eine Länge von ungefähr 7,5 Kilometern und enden am Meer beim Roque del Este. Entstanden sind diese Röhren durch die damaligen Vulkanausbrüchen, die das Gesamtbild Lanzarotes geprägt haben.
Während der Vulkanausbrüche erstarrte die Lava an der Oberfläche relativ rasch, doch unterhalb der oberen Schicht, die langsam erkaltete, schoben sich weiterhin glühend-heiße Lavamassen vorwärts, welche auf ihrem Weg Röhren und Höhlen unter der Oberfläche gebildet haben. Bei diesem – von der Natur geschaffenen Kunstwerk – legte nun César Manrique Hand an und schuf als Gesamtkunstwerk die wohl einzigartigen Jameos del Agua.
César Manrique (1919 – 1992) war gleichermaßen Architekt, Künstler und dabei wohl gleichzeitig einer der größten Umweltschützer Lanzarotes. Sein Bestreben zu Lebzeiten war es immer, dass Lanzarote trotz der zunehmenden Touristenströme nicht seine Identität verliert und zu einer Insel wird, deren Gesicht einzig und allein vom Tourismus geprägt wird.
Die Spuren von César Manrique sind besonders auf Lanzarote allgegenwärtig, aber auch auf den anderen kanarischen Inseln hat er sich mit verschiedenen Kunstwerken verewigt. Bei der Gestaltung seiner Kunstwerke ist es das Anliegen von César Manrique, den Menschen und die Natur miteinander harmonisch in Einklang zu bringen.
Bei den Jameos del Agua ist ihm das hervorragend gelungen. Sobald man diesen Ort betritt, wird der Besucher von einer merkwürdigen Ruhe und Faszination ergriffen. Der Besucher steigt die engen, gewundenen Felstreppen hinunter und befindet sich in einer weitläufigen Höhle. Auf der linken Seite befindet sich ein unterirdischer See, der weiße Albino-Krebse beheimatet.
Diese Krebse findet man normalerweise erst in einer Tiefe von ungefähr 2000 Metern. In dieser Höhle befindet sich auch ein Restaurant, welches mit tropischen Pflanzen und dem durch ein Oberlicht hereinfallendes Tageslicht fast unwirklich erscheint.
In den Jameos del Agua findet man auch einen Konzertsaal, der wohl ebenfalls einzigartig ist. Erschaffen wurde der Konzertsaal im Jahr 2001, allerdings wurde er zwischenzeitlich den verlangten Sicherheitsstandards angepasst und war lange Zeit geschlossen. Mittlerweile sollte der Konzertsaal allerdings den Besuchern wieder zugänglich sein und Raum für Konzerte bieten.
Selbst, wer nicht das Glück hat, an einer Konzertaufführung teilnehmen zu können, der muss auf Musik nicht verzichten. Im Höhlensystem sind überall Lautsprecher integriert, mit deren Hilfe dieses unterirdische Kunstwerk mit mystischer Sphärenmusik beschallt wird.
Fast unwirklich erscheint auch das in einen Vulkankessel integrierte Wasserbecken, welches schneeweiß leuchtet und mit türkisfarbenem Wasser gefüllt ist. Das Wasserbecken wird von Palmen und tropischen Pflanzen umsäumt und die Form des Beckens erinnert an die Lagune von El Golfo – die ein weiteres Ausflugsziel auf Lanzarote ist. Ergänzt wird dieses unterirdische Höhlensystem von einem Museum, welches die Besucher über die geologische Entstehungsgeschichte der Insel Lanzarote informiert.
Nach dem Besuch in den Jameos del Agua wird man verstehen, warum César Manrique nach seinem Tod die Ehre zuteil wurde, von der Inselregierung als „Bevorzugter Sohn“ ernannt zu werden.
Sein Schaffen hat das Gesicht der Insel nachhaltig geprägt und sogar nach seinem Tod haben sich die Inselbewohner dazu bereiterklärt, dem von ihm eingeschlagenen Weg weiter zu folgen und die Insel nicht durch unbedachte Bausünden zu verschandeln.
Die Jameos del Agua sind ein einzigartiges Beispiel dafür, wie harmonisch sich ein von Menschenhand geschaffenes Kunstwerk in die Natur integrieren kann.
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