Guatiza ein Ort auf Lanzarote
Es gibt einige Orte auf Lanzarote, mit denen man bestimmte Sehenswürdigkeiten verbindet. Mit Guinate assoziiert man den wunderschönen Vogelpark. Das berühmte und wohl einzigartige Weinanbaugebiet – welches sich einen Namen weit über die Insel hinaus gemacht hat - wird in einem Atemzug mit dem Ort La Geria genannt.
Und wenn man den Ort Guatiza erwähnt, dann denkt man normalerweise sofort an die berühmten Kakteenfelder und an den Jardín de Cactus von César Manrique.
Guatiza ist ohne Zweifel das Dorf der Kakteen. Nirgendwo sonst findet man einen Ort auf der Insel Lanzarote, auf dem diese stacheligen Gewächse in so großer Zahl anzutreffen sind, wie in Guatiza.
Die Blütezeit von Guatiza begann im 18. Jahrhundert. Rund um das 800-Seelen- Dorf zogen sich schier endlose Kakteen-Plantagen hin. In diesen Opuntienfeldern betreiben die Bauern des Dorfes eine große Cochenillezucht. Die Larven dieser Schildlaus, die auf den Kakteen heranwächst, verleiht den Kakteen von weitem ein Aussehen, als seine sie mit Puderzucker überzogen worden.
Die Larven werden von den Bauern geerntet, getrocknet und können anschließend zu einem karmesinroten Farbstoff verarbeitet werden. Dieser Farbstoff war damals heiß begehrt und ein Großteil dieser Larven stammte zu damaliger Zeit aus Lanzarote.
Der Export verhalf Lanzarote und besonders dem Dorf Guatiza zu beträchtlichem Wohlstand. Auch in der heutigen Zeit kommt dieser Farbstoff der Cochenillelaus in bestimmten kosmetischen Produkten oder im berühmten Campari zum Einsatz. Und auch heute kann man die Bauern dabei beobachten, wie sie ihrer Arbeit nachgehen und die Larven von den Kakteen abernten. Gut 150.000 Larven müssen von den Kakteen abgeerntet werden, damit letztendlich ein Kilogramm Farbstoff produziert werden kann. Eine mühsame Angelegenheit.
Eine weitere Sehenswürdigkeit in Guatziza, die allerdings auch mit Kakteen zu tun hat, ist der berühmte Jardín de Cactus, der vom einheimischen Künstler César Manrique entworfen wurde. Natürlich gibt es auf der Insel Lanzarote keinen bessern Platz für so einen Garten, als Guatiza.
Wie kein Zweiter hat es dieser Künstler verstanden, bei seinen Projekten eine Symbiose z wischen Kunst und Natur zu schaffen. Er hat der natürlichen Umgebung seine Arbeiten nicht aufgezwungen, sondern die Kunstwerke behutsam in die Natur integriert. Nicht nur im Jardín de Cactus kann man das wundervoll mit eigenen Augen begutachten, sondern auch in den weltberühmten Jameos del Agua.
Dabei handelt es sich um ein wohl einzigartiges Höhlensystem, welches durch die gewaltigen Vulkanausbrüche in den früheren Jahren entstanden ist. César Manrique hat in diesen Höhlen ein Gesamtkunstwerk geschaffen, in welchem er unter anderem einen Konzertsaal und ein Restaurant integriert hat.
Einen wunderbaren Eindruck der einzigartigen Arbeit dieses Künstlers gewinnt man auch im Jardín de Cactus. Inmitten einer Sandgrube hat Manrique diesen Kakteengarten integriert. Der Boden des Gartens ist mit Vulkanasche bedeckt und terassenförmig verlaufen Stufen bis zum oberen Punkt der Grube und bieten Platz für über 1400 verschiedene Kakteen.
Auch hier hat César Manrique – wie bei all seinen Projekten – ein Restaurant und einen kleinen Souvenirshop harmonisch in die natürliche Umgebung eingefügt, wie es wohl sonst kaum jemand hätte schaffen können. Die wunderschön restaurierte Gofio-Mühle ist ein weiteres Highlight in diesem Kakteengarten. Einen Besuch im Kakteengarten kann man täglich von 10 – 18 Uhr machen.
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