Der Ort San Bartolomé
Der kleine Ort San Bartolomé liegt im Zentrum der Kanareninsel Lanzarote. Sie hat 5000 Einwohner und ist der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Die Siedlung von San Bartolomé gibt es schon sehr lange, sie existierte bereits vor der Eroberung Lanzarotes durch die Kastilier.
Die Altkanarier, die Ureinwohner der Kanaren, nannten den Ort noch Ajey, dies bedeutet soviel wie „kleine Stadt“. Damals siedelten die Menschen im Zentrum der Insel, um besser vor den Überfällen der Piraten auf die Küstenregionen geschützt zu sein. In der Gemeinde San Bartolomé spielt bis heute der Weinanbau eine große wirtschaftliche Rolle.
So kann man in der Umgebung der kleinen Stadt gute Weine direkt auf den Weingütern kaufen und es finden regelmäßig große Weinproben und Weinfeste statt.
San Bartolomé ist durch eine Schnellstraße mit Arrecife, der Hauptstadt von Lanzarote, verbunden. Viele der Einheimischen arbeiten in Arrecife, leben aber in San Bartolomé, da sie die Ruhe der Kleinstadt zu schätzen wissen.
Sehenswert ist besonders die Innenstadt von San Bartolomé. Hier gibt es zahlreiche historische Gebäude, wie zum Beispiel das Rathaus der Stadt. Dieses besitzt eine kunstvoll gemauerte Veranda, unter der ein Bogengang verläuft. Stilistisch erinnert das Gebäude an die Bauweise in den amerikanischen Südstaaten und ist damit eine Besonderheit auf Lanzarote.
Die Kirche des Heiligen Martin wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und ist vor allem für Architektur- Begeisterte ein Muss. In ihrem Innenraum befindet sich ein schlichter Altar im Stil des Neoklassizismus. Auch einige Bilder des San Andres sind zu sehen. Die Decke der Kirche wurde im Mudéjar- Stil gestaltet. Der Boden und die Stützpfeiler des Gebäudes sind kunstvoll aus Vulkansteinen gemeißelt.
Ebenfalls in einem historischen Bau aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist das Museum Tanet. Es zeigt eine Dauerausstellung über die Ureinwohner von Lanzarote und die Geschichte der Insel. Auch eine alte Weinpresse ist zu sehen. Im Innenhof des Gebäudes findet während der Öffnungszeiten des Museums ein kleiner Markt mit kanarischem Kunsthandwerk statt.
Im Inneren des Museums befinden sich des weiteren eine kleine Kapelle und ein Tanzboden. Nach dem Museumsbesuch können Besucher auf der Terrasse im Garten des gut gepflegten Gebäudes entspannen, dort werden Kaffee und Kuchen serviert.
In dem Kulturhaus Ajey werden die traditionellen Arbeitsgeräte kanarischer Bauern gezeigt.
Unweit von San Bartolomé, bei der kleinen Ortschaft Mozaga, liegt das Monumento al Campesino.
Dieses Denkmal ist der Fruchtbarkeit der Böden und der Natur gewidmet, es ist ein Symbol für die lange Tradition des bäuerlichen Lebens in der Region. Entworfen wurde das Denkmal von dem Naturschützer und Künstler Cesar Manrique. Neben dem Denkmal befinden sich ein Handwerksmuseum und ein Agrarmuseum. Auch eine Bar, ein Restaurant und ein Geschäft das Andenken verkauft sind in dem Gehöft untergebracht.
San Bartolomé ist eine sehr lebendige, ländlich geprägte Stadt. So finden jedes Jahr zahlreiche Feste statt, an denen Einheimische und Besucher in großer Zahl teilnehmen. Am 24. August jeden Jahres wird das Fest des San Bartolomé, des Schutzheiligen der Gemeinde, gefeiert.
Auch in den Weihnachtsferien finden viele Feste und Prozessionen statt, hier spielt die lokale Folklore eine wichtige Rolle. In dieser Zeit werden auch liebevoll gestaltete Krippenspiele aufgeführt, die mit kanarischer Musik unterlegt werden.
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